Das Gerätturnen ist die Basis-Sportart vieler Vereine im Deutschen
Turner-Bund (DTB). Der Hochleistungssport Kunstturnen wird inzwischen vom DTB
offiziell als Gerätturnen bezeichnet. Im Leistungs- und Hochleistungssport gibt
es Mannschaftsbewerbe, Einzelmehrkämpfe und Wettkämpfe an jedem einzelnen Gerät.
Bei den Olympischen Spielen und bei den Welt- und Europameisterschaften werden
in insgesamt 14 Disziplinen Titel und Medaillen vergeben.
War das Gerätturnen bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts vor allem durch
Statik und Krafthalteteile und historische Übungen geprägt,
so ist es heute eine sehr dynamische Sportart mit vielen akrobatischen Elementen,
Drehungen, Salti und Sprüngen.
Übungsbeispiele
1. Reck
Aufschwung, Bewegungsbeschreibung:
- Fassen der Reckstange im Ristgriff (Arme gebeugt)
- Schwungholen mit einem Bein
- Schwingen der Hüfte nahe an die Reckstange (Arme und Hüfte gebeugt)
- Anziehen der Rückstange zur Körpermitte, Beine schwingen über Reckstange
- Aufrichten in den Stütz
Hüftumschwung, Bewegungsbeschreibung:
- einleitender Vorschwung, dann Rückschwung der Beine
- Vorschwingen mit gestrecktem Körper
- Heranziehen der Stange unterhalb der Hüftknochen
- Zurücknehmen des Obkörpers
- Schwingen der Beine um die Reckstange
- Drehung des Körpers um die Reckstange
- Aufrichten in den Stütz
Unterschwung, Bewegungsbeschreibung:
- Stand (Arme leicht gebeugt, Ristgriff)
- evtl. federnder Schlusssprung
- Vorhochschwingen beider Beine
- Arm- und Beinstreckung während der Flugphase
- Lösen des Griffes im Flug (Arme gestreckt)
- Beidbeinige Landung (Arme in Hochhalte)
Spannungsübungen:
für jede Übung braucht man Körperspannung
hier einige Beispiele, die diese Körperspannung fördern:



Stützkraft:
Auch die Stützkraft ist vor allem bei Handstand und Übungen an
Reck und Barren, sowie verschiedener Kästen, gefragt:

Die Fähigkeit zum Stützen ist eine zentrale Fähigkeit beim Gerätturnen.
Es kommt aber nicht nur auf die Kraft,
sondern auf den richtigen Einsatz der vorhandenen Kraft an,
d.h. die Kraftanwendung in der beteiligten Muskulatur muss richtig
dosiert sein und es muss die richtige Technik angewendet werden.
2. Barren
Kippe in den Grätschsitz, Bewegungsbeschreibung:
- Stand mit Speichgriff /Körperspannung
- Aufschwingen in den Strecksturzhang (Bild 3)
- Beugen der Hüfte mit gestreckten Beinen (Knie über der Nase)
- schnelles Vorhochschieben der Beine (Beuge-Streckbewegung)
- die Arme unterstüzen die Aufwärtsbewegung
- Heben des Beckens über die Holme - Grätschen
- Umgreifen der Hände mit Beginn des Grätschens
- Nachdrücken zum Aufrichten des Körpers
Swingen in den Sitz, Bewegungsbeschreibung:
- Vor- und Zurückschwingen des gestreckten Körpers
- beim Vorschwung leichtes Anwinkeln der Hüfte
- Abbremsen der Bewegung auf Schulterhöhe
- leichte Streckbewegung im Umkehrpunkt
- Durchschwingen der Beine bis Schulterhöhe im Rückschwung
Abgang- Hohe Wende, Bewegungsbeschreibung:
- hohes Schwingen (vor- und zurück)
- hoher Rückschwung
- Abdruck vom Holm (Gegenseite des zu überquerenden Holms)
- Abdruck vom zu überquerenden Holm, dabei Lösen der Hand
- Schwingen beider Beine (gestreckt) über den Holm
- Aufrichten des Oberkörpers
- Landung - Hand greift Holm zur Sicherung des Standes
3. Sprung
Sprunghocke, Bewegungsbeschreibung:
- Anlauf mit gesteigerter Geschwindigkeit
- beidbeiniger Absprung (Prellabsprung)
- aktive Streckung des gesamten Körpers zum Anflug
- weites Vorsetzen der Hände
- schneller und intensiver Handabdruck
- dabei Anziehen der Beine Richtung Brust (Anhocken)
- Aufrichten des Rumpfes - Strecken/Vorbringen der Beine
- Landung (Füße/ Knie vor)
- Aufrichten
Sprunggrätsche, Bewegungsbeschreibung:
- Anlauf mit gesteigerter Geschwindigkeit
- beidbeiniger Absprung (Prellabsprung)
- aktive Streckung des gesamten Körpers zum Anflug
- weites Vorsetzen der Hände
- dabei Grätschen der Beine
- Handabdruck
- Landung zum Stand
4.Boden
Radwende, Bewegungsbeschreibung:
- Hopser, Vorschwingen der Arme, Aufsetzen des Schwungbeins
- Aufsetzen der Arme
- Schwingen in den Seith
andstand
- dabei Schließen der Beine
- Handabdruck/Drehung
- Landung zum Stand
Sprungrolle, Bewegungsbeschreibung:
- Anlauf
- Absprung mit beiden Beinen
- weites Vorschwingen der gestreckten Arme
- Körperspannung in der Flugphase
- Flugphase zunächst aufsteigend
- Hände setzen schulterbreit auf
- Arme werden gebeugt
- beim Abrollen Kopf brustwärts (Aufsetzen auf dem Nacken)
- Anhocken und Aufstehen (ohne Hände)
Möglicher Lernweg:
Handstandabrollen, Bewegungsbeschreibung:
- Vorhochschwingen der Arme und des Schwungbeins
- weites Vorsetzen der Hände, Abdruck mit Standbein
- Schließen der Beine (Körperspannung)
- Blick nach unten, Arme gestreckt
- Beugen der Arme und Hüfte, Kopf Richtung Brust
- Abrollen (Anhocken der Beine)
- Aufstehen (ohne Hände) in den sicheren Stand
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